Ebbro di Luna

Arnold Schoenberg (13 settembre 1874 - 1951): Pierrot lunaire, ciclo di 21 Lieder per voce femminile cantante-recitante (Sprechgesang) e ensemble da camera op. 21 (1912) su liriche di Albert Giraud (1860 - 1929) tradotte in tedesco da Otto Erich Hartleben (1864 - 1905). Christine Schäfer, voce; Ensemble Intercontemporain, dir. Pierre Boulez.

PARTE

1. Mondestrunken

Den Wein, den man mit Augen trinkt,
Giesst Nachts der Mond in Wogen nieder,
Und eine Springflut überschwemmt
Den stillen Horizont.

Gelüste, schauerlich und süss,
Durchschwimmen ohne Zahl die Fluten!
Den Wein, den man mit Augen trinkt,
Giesst Nachts der Mond in Wogen nieder.

Der Dichter, den die Andacht treibt,
Berauscht sich an dem heiigen Tranke,
Gen Himmel wendet er verzückt
Das Haupt und taumelnd saugt und schlürft er
Den Wein den man mit Augen trinkt.

2. Colombine

Des Mondlichts bleiche Blüten,
Die weißen Wunderrosen,
Blühn in den Julinachten —
O brach ich eine nur!

Mein banges Leid zu lindern,
Such ich am dunklen Strome
Des Mondlichts bleiche Blüten,
Die weißen Wunderrosen.

Gestillt wär all mein Sehnen,
Dürft ich so märchenheimlich,
So selig leis — entblättern
Auf deine brauenen Haare
Des Mondlichts bleiche Blüten!

3. Der Dandy

Mit einem phantastischen Lichtstrahl
Erleuchtet der Mond die krystallnen Flacons
Auf dem schwarzen, hochheiligen Waschtisch
Des schweigenden Dandys von Bergamo.

In tönender, bronzener Schale
Lacht hell die Fontaine, metallischen Klangs.
Mit einem phantastischen Lichtstrahl
Erleuchtet der Mond die krystallnen Flacons.

Pierrot mit dem wächsernen Antlitz
Steht sinnend und denkt: wie er heute sich schminkt?
Fort schiebt er das Rot und das Orients Grün
Und bemalt sein Gesicht in erhabenem Stil
Mit einem phantastischen Mondstrahl.

4. Eine blasse Wäscherin

Eine blasse Wäscherin
Wäscht zur Nachtzeit bleiche Tücher;
Nackte, silberweiße Arme
Streckt sie nieder in die Flut.

Durch die Lichtung schleichen Winde,
Leis bewegen sie den Strom.
Eine blasse Wäscherin
Wäscht zur Nachtzeit bleiche Tücher.

Und die sanfte Magd des Himmels,
Von den Zweigen zart umschmeichelt,
Breitet auf die dunklen Wiesen
ihre lichtgewobnen Linnen —
Eine blasse Wäscherin.

5. Valse de Chopin

Wie ein blasser Tropfen Bluts
Färbt die Lippen einer Kranken,
Also ruht auf diesen Tönen
Ein vernichtungssüchtger Reiz.

Wilder Lust Accorde stören
Der Verzweiflung eisgen Traum —
Wie ein blasser Tropfen Bluts
Färbt die Lippen einer Kranken.

Heiß und jauchzend, süß und schmachtend,
Melancholisch düstrer Walzer,
Kommst mir nimmer aus den Sinnen!
Haftest mir an den Gedanken,
Wie ein blasser Tropfen Bluts!

6. Madonna

Steig, o Mutter aller Schmerzen,
Auf den Altar meiner Verse!
Blut aus deinen magren Brusten
Hat des Schwertes Wut vergossen.

Deine ewig frischen Wunden
Gleichen Augen, rot und offen.
Steig, o Mutter aller Schmerzen,
Auf den Altar meiner Verse!

In den abgezehrten Händen
Hältst du deines Sohnes Leiche.
Ihn zu zeigen aller Menschheit —
Doch der Blick der Menschen meidet
Dich, o Mutter aller Schmerzen!

7. Der kranke Mond

Du nächtig todeskranker Mond
Dort auf des Himmels schwarzem Pfühl,
Dein Blick, so fiebernd übergroß,
Bannt mich wie fremde Melodie.

An unstillbarem Liebesleid
Stirbst du, an Sehnsucht, tief erstickt,
Du nächtig todeskranker Mond
Dort auf des Himmels schwarzem Pfühl.

Den Liebsten, der im Sinnenrausch
Gedankenlos zur Liebsten schleicht,
Belustigt deiner Strahlen Spiel —
Dein bleiches, qualgebornes Blut,
Du nächtig todeskranker Mond.

PARTE

8. Nacht (Passacaglia)

Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz.
Ein geschlossnes Zauberbuch,
Ruht der Horizont — verschwiegen.

Aus dem Qualm verlorner Tiefen
Steigt ein Duft, Erinnrung mordend!
Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz.

Und vom Himmel erdenwärts
Senken sich mit schweren Schwingen
Unsichtbar die Ungetume
Auf die Menschenherzen nieder…
Finstre, schwarze Riesenfalter.

9. Gebet an Pierrot

Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!
Das Bild des Glanzes
Zerfloß – Zerfloß!

Schwarz weht die Flagge
Mir nun vom Mast.
Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!

O gieb mir wieder,
Roßarzt der Seele,
Schneemann der Lyrik,
Durchlaucht vom Monde,
Pierrot – mein Lachen!

10. Raub

Rote, fürstliche Rubine,
Blutge Tropfen alten Ruhmes,
Schlummern in den Totenschreinen,
Drunten in den Grabgewolben.

Nachts, mit seinen Zechkumpanen,
Steigt Pierrot hinab — zu rauben
Rote, fürstliche Rubine,
Blutge Tropfen alten Ruhmes.

Doch da – strauben sich die Haare,
Bleiche Furcht bannt sie am Platze:
Durch die Finsternis — wie Augen! —
Stieren aus den Totenschreinen
Rote, fürstliche Rubine.

11. Rote Messe

Zu grausem Abendmahle
Beim Blendeglanz des Goldes,
Beim Flackerschein der Kerzen,
Naht dem Altar — Pierrot!

Die Hand, die gottgeweihte,
Zerreißt die Priesterkleider —
Zu grausem Abendmahle
Beim Blendeglanz des Goldes.

Mit segnender Geberde
Zeigt er den bangen Seelen
Die triefend rothe Hostie —
Sein Herz in blut’gen Fingern,
Zu grausem Abendmahle.

12. Galgenlied

Die dürre Dirne
Mit langem Halse
Wird seine letzte
Geliebte sein.

In seinem Hirne
Steckt wie ein Nagel
Die dürre Dirne
Mit langem Halse.

Schlank wie die Pinie,
Am Hals ein Zöpfchen —
Wollüstig wird sie
Den Schelm umhalsen,
Die dürre Dirne!

13. Enthauptung

Der Mond, ein blankes Türkenschwert
Auf einem schwarzen Seidenkissen,
Gespenstisch groß — dräut er hinab
Durch schmerzendunkle Nacht.

Pierrot irrt ohne Rast umher
Und starrt empor in Todesängsten
Zum Mond, dem blanken Türkenschwert
Auf einem schwarzen Seidenkissen.

Es schlottern unter ihm die Knie,
Ohnmächtig bricht er jäh zusammen.
Er wähnt: es sause strafend schon
Auf seinen Sünderhals hernieder
Der Mond, das blanke Türkenschwert.

14. Die Kreuze

Heilge Kreuze sind die Verse,
Dran die Dichter stumm verbluten,
Blindgeschlagen von der Geier
Flatterndem Gespensterschwarme!

In den Leibern schwelgten Schwerter,
Prunkend in des Blutes Scharlach!
Heilge Kreuze sind die Verse,
Dran die Dichter stumm verbluten.

Tot das Haupt — erstarrt die Locken —
Fern, verweht der Lärm des Pöbels.
Langsam sinkt die Sonne nieder,
Eine rote Königskrone. —
Heilge Kreuze sind die Verse!

PARTE

15. Heimweh

Lieblich klagend — ein krystallnes Seufzen
Aus Italiens alter Pantomime,
Klingts herüber: wie Pierrot so holzern,
So modern sentimental geworden.

Und es tönt durch seines Herzens Wüste,
Tönt gedämpft durch alle Sinne wieder,
Lieblich klagend — ein krystallnes Seufzen
Aus Italiens alter Pantomime.

Da vergißt Pierrot die Trauermienen!
Durch den bleichen Feuerschein des Mondes,
Durch des Lichtmeers Fluten – schweift die Sehnsucht
Kühn hinauf, empor zum Heimathimmel
Lieblich klagend — ein krystallnes Seufzen!

16. Gemeinheit

In den blanken Kopf Cassanders,
Dessen Schrein die Luft durchzetert,
Bohrt Pierrot mit Heuchlermienen,
Zärtlich — einen Schädelbohrer!

Darauf stopft er mit dem Daumen
Seinen echten türkischen Taback
In den blanken Kopf Cassanders,
Dessen Schrein die Luft durchzetert!

Dann dreht er ein Rohr von Weichsel
Hinten in die glatte Glatze
Und behäbig schmaucht und pafft er
Seinen echten türkischen Taback
Aus dem blanken Kopf Cassanders!

17. Parodie

Stricknadeln, blank und blinkend,
In ihrem grauen Haar,
Sitzt die Duenna murmelnd,
Im roten Röckchen da.

Sie wartet in der Laube,
Sie liebt Pierrot mit Schmerzen,
Stricknadeln, blank und blinkend,
In ihrem grauen Haar.

Da plötzlich — horch! — ein Wispern!
Ein Windhauch kichert leise:
Der Mond, der böse Spötter,
Äfft nach mit seinen Strahlen —
Stricknadeln, blink und blank.

18. Der Mondfleck

Einen weißen Fleck des hellen Mondes
Auf dem Rücken seines schwarzen Rockes,
So spaziert Pierrot im lauen Abend,
Aufzusuchen Glück und Abenteuer.

Plötzlich — stört ihn was an seinem Anzug,
Er beschaut sich rings und findet richtig —
Einen weißen Fleck des hellen Mondes
Auf dem Rücken seines schwarzen Rockes.

Warte! denkt er: das ist so ein Gipsfleck!
Wischt und wischt, doch — bringt ihn nicht herunter!
Und so geht er, giftgeschwollen, weiter,
Reibt und reibt bis an den frühen Morgen —
Einen weißen Fleck des hellen Mondes.

19. Serenade

Mit groteskem Riesenbogen
Kratzt Pierrot auf seiner Bratsche,
Wie der Storch auf einem Beine,
Knipst er trüb ein Pizzicato.

Plötzlich naht Cassander — wütend
Ob des nächtgen Virtuosen —
Mit groteskem Riesenbogen
Kratzt Pierrot auf seiner Bratsche.

Von sich wirft er jetzt die Bratsche:
Mit der delikaten Linken
Faßt den Kahlkopf er am Kragen —
Träumend [spielt]1 er auf der Glatze
Mit groteskem Riesenbogen.

20. Heimfahrt (Barcarole)

Der Mondstrahl ist das Ruder,
Seerose dient als Boot;
Drauf fährt Pierrot gen Süden
Mit gutem Reisewind.

Der Strom summt tiefe Skalen
Und wiegt den leichten Kahn.
Der Mondstrahl ist das Ruder,
Seerose dient als Boot.

Nach Bergamo, zur Heimat,
Kehrt nun Pierrot zurück;
Schwach dämmert schon im Osten
Der grüne Horizont.
— Der Mondstrahl ist das Ruder.

21. O alter Duft

O alter Duft aus Märchenzeit,
Berauschest wieder meine Sinne;
Ein närrisch Heer von Schelmerein
Durchschwirrt die leichte Luft.

Ein glückhaft Wünschen macht mich froh
Nach Freuden, die ich lang verachtet:
O alter Duft aus Märchenzeit,
Berauschest wieder mich!

All meinen Unmut gab ich preis;
Aus meinem sonnumrahmten Fenster
Beschau ich frei die liebe Welt
Und träum hinaus in selge Weiten…
O alter Duft — aus Märchenzeit!


Per una libera traduzione italiana dei testi, curata da Raissa Olkienizkaia Naldi, cliccare qui.

Pierrot lunaire

Opus 25

Arnold Schoenberg (13 settembre 1874 - 1951): Suite per pianoforte op. 25 (1921-23). Paul Jacobs.

  1. Präludium: Rasch
  2. Gavotte: Etwas langsam [0:55]
  3. Musette: Rascher [2:12]
  4. Intermezzo [4:52]
  5. Menuett und Trio: Moderato [8:45]
  6. Gigue: Rasch [13:04]

« I primi pezzi dodecafonici furono alcuni tempi della Suite per pianoforte [op. 25], composti nell’autunno del 1921. Il vero significato della mia ricerca mi si palesò attraverso questi pezzi. lo mi ero inoltrato inconsciamente per questa via, e l’avevo scoperta attratto da una meta: quella dell’ordine e della disciplina formale. Come potete osservare non si trattava di una via diritta, nè essa, come accade sovente nelle correnti artistiche, era stata sollecitata dal desiderio di originalità. Personalmente provo repulsione all’essere considerato un rivoluzionario, appunto perché non lo sono. Dai miei esordi ho posseduto una disposizione per la forma, basilare e sviluppata, e una forte ripugnanza verso le esagerazioni. Non si tratta di un ritorno all’ordine, giacché non vi fu mai disordine, ma, al contrario, di un’ascesa verso un ordine più alto e migliore » (Arnold Schoenberg, lettera a Nicolas Slonimsky del 3 giugno 1937).
La serie dodecafonica su cui si fonda la Suite op. 25 è MI–FA–SOL–RE♭–SOL♭–MI♭–LA♭–RE–SI–DO–LA–SI♭.

Schoenberg, op. 25 n. 1

Notte trasfigurata

Arnold Schoenberg (13 settembre 1874 - 1951): Verklärte Nacht, versione originale per se­stetto d’archi op. 4 (1899), ispirata dall’omonima poesia di Richard Dehmel (da Weib und Welt, 1896). Amaryllis Quartett (Gustav Frielinghaus e Lena Sandoz, violini; Mareike Hefti, viola; Yves Sandoz, violoncello) con Volker Jacobsen, viola, e Jens Peter Maintz, violoncello.

Zwei Menschen gehn durch kahlen, kalten Hain;
der Mond läuft mit, sie schaun hinein.
Der Mond läuft über hohe Eichen;
kein Wölkchen trübt das Himmelslicht,
in das die schwarzen Zacken reichen.
Die Stimme eines Weibes spricht:

« Ich trag ein Kind, und nit von Dir,
ich geh in Sünde neben Dir.
Ich hab mich schwer an mir vergangen.
Ich glaubte nicht mehr an ein Glück
und hatte doch ein schwer Verlangen
nach Lebensinhalt, nach Mutterglück
und Pflicht; da hab ich mich erfrecht,
da ließ ich schaudernd mein Geschlecht
von einem fremden Mann umfangen,
und hab mich noch dafür gesegnet.
Nun hat das Leben sich gerächt:
nun bin ich Dir, o Dir, begegnet. »

Sie geht mit ungelenkem Schritt.
Sie schaut empor; der Mond läuft mit.
Ihr dunkler Blick ertrinkt in Licht.
Die Stimme eines Mannes spricht:

« Das Kind, das Du empfangen hast,
sei Deiner Seele keine Last,
o sieh, wie klar das Weltall schimmert!
Es ist ein Glanz um alles her;
Du treibst mit mir auf kaltem Meer,
doch eine eigne Wärme flimmert
von Dir in mich, von mir in Dich.
Die wird das fremde Kind verklären,
Du wirst es mir, von mir gebären;
Du hast den Glanz in mich gebracht,
Du hast mich selbst zum Kind gemacht. »

Er faßt sie um die starken Hüften.
Ihr Atem küßt sich in den Lüften.
Zwei Menschen gehn durch hohe, helle Nacht.

Richard Dehmel

Due persone vanno per un boschetto spoglio, freddo;
la luna li segue, essi la guardano fissi.
La luna splende sopra le alte querce,
nessuna nube offusca la luce celeste,
fin dove arrivano le cime nere.
La voce di una donna parla:

« Io porto un figlio che non è tuo,
cammino nel peccato accanto a te.
Contro me stessa ho gravemente peccato.
Non credevo più alla felicità,
e tuttavia desideravo ardentemente
uno scopo nella vita, la gioia d’esser madre
e una mèta; così mi son fatta sfrontata,
e rabbrividendo ho lasciato che il mio sesso
fosse avvolto in un amplesso da un estraneo,
e me ne sono sentita benedetta.
Ora la vita si è vendicata:
ora ho incontrato te, ho incontrato te. »

Ella cammina con passo vacillante.
Guarda in alto; la luna la segue.
Il suo sguardo buio annega nella luce.
La voce di un uomo risponde:

« Il figlio che hai concepito
non sia di peso all’anima tua:
guarda com’è chiaro e lucente l’universo!
Ovunque intorno tutto è splendore,
tu avanzi con me su un mare freddo,
ma un calore singolare sfavilla
da te entro me, da me entro te.
Esso trasfigurerà il bambino estraneo,
ma tu lo partorirai a me, da me;
tu mi hai dato questo fulgore,
tu hai trasformato anche me in un bambino. »

Egli l’avvince intorno ai fianchi forti.
I loro respiri si congiungolo in un bacio.
Due persone vanno nella notte alta, chiara.

traduzione di Sergio Sablich

Only peace, only rest

Henry Purcell (10 settembre 1659 - 1695): Close thine eyes and sleep secure, devotional song per soprano, basso e continuo Z 184 (pubblicato in Harmonia Sacra, 1688) su testo di Francis Quarles. Hana Blažíková, soprano; Peter Kooij, basso; L’Armonia Sonora, dir. e viola da gamba Mieneke van der Velden.

Close thine eyes and sleep secure;
Thy soul is safe, thy body sure;
He that guards thee, He thee keeps,
Who never slumbers, never sleeps.
A quiet conscience in a quiet breast
Has only peace, has only rest:
The music and the mirth of kings
Are out of tune unless she sings;
Then close thine eyes in peace and rest secure,
No sleep so sweet as thine, no rest so sure.

 

Una Sinfonia delle Alpi

Richard Strauss (1864 - 8 settembre 1949): Eine Alpensinfonie, poema sinfonico op. 64 (1915). Berliner Phil­harmoniker, dir. Herbert von Karajan (registrazione del 1980).

  1. Nacht (Notte)
  2. Sonnenaufgang (Il sorgere del sole) [2:57]
  3. Der Anstieg (L’ascesa) [4:31]
  4. Eintritt in den Wald (Ingresso nella foresta) [6:49]
  5. Wanderung neben dem Bache (Passeggiata presso il ruscello) [11:38]
  6. Am Wasserfall (Alla cascata) [12:23]
  7. Erscheinung (Apparizione) [12:41]
  8. Auf blumigen Wiesen (Nei prati in fiore) [13:32]
  9. Auf der Alm (All’alpeggio) [14:29]
  10. Durch Dickicht und Gestrüpp auf Irrwegen (Tra fogliame e rovi dopo aver sbagliato strada) [16:34]
  11. Auf dem Gletscher (Sul ghiacciaio) [18:08]
  12. Gefahrvolle Augenblicke (Momenti di pericolo) [19:33]
  13. Auf dem Gipfel (Sulla vetta) [20:53]
  14. Vision (Visione) [25:25]
  15. Nebel steigen auf (Sale la nebbia) [29:05]
  16. Die Sonne verdüstert sich allmählich (Il sole si oscura a poco a poco) [29:22]
  17. Elegie (Elegia) [30:11]
  18. Stille vor dem Sturm (Calma prima della tempesta) [32:49]
  19. Gewitter und Sturm, Abstieg (Bufera e tempesta, discesa) [35:30]
  20. Sonnenuntergang (Tramonto) [39:30]
  21. Ausklang (Epilogo) [42:12]
  22. Nacht (Notte) [48:14]

Jakub Hrůša
Karajan 1
Karajan 2
Haitink

Sulle copertine dei dischi dell’Alpensinfonie è sovente raffigurato il Cervino, ma l’a­scen­sione musicalmente descritta da Strauss si svolge sulle Alpi Bavaresi — pro­ba­bil­men­te nel massiccio della Zugspitze (2962 m) che sovrasta Garmisch, dove il com­po­si­tore trascorse gli ultimi anni.

Max Wolfinger: Zug-Spitz am Eib-See, 1864.

Concerto sereno

Piotr Maria Lachert de Peslin (5 settembre 1938 - 18 settembre 2018): Concerto sereno per pianoforte a 4 mani e orchestra (2005). Estibaliz Gastesi e Márcio Bezerra, pianoforte; Palm Beach Atlantic University Symphony Orchestra, dir. Lloyd Mims.

    I.
   II. [9:20]
  III. [12:56]

Romantica

Anton Bruckner (1824 - 1896): Sinfonia n. 4 in mi bemolle maggiore, Romantische (1874, varie revisioni 1878-88). Wiener Philharmoniker, dir. Claudio Abbado.

  1. Bewegt, nicht zu schnell
  2. Andante quasi Allegretto [19:40]
  3. Scherzo: Bewegt – Trio: Nicht zu schnell, keinesfalls schleppend [36:10]
  4. Finale: Bewegt, doch nicht zu schnell [46:50]

Romantica

In stile antico – V

Edvard Grieg (1843 - 4 settembre 1907): Fra Holbergs tid (Dai tempi di Holberg), «suite in stile antico» per pianoforte op. 40 (1884); composta per celebrare il bicentenario della nascita dell’umanista danese Ludvig Holberg. Torhild Fimreite.

  1. Praeludium
  2. Sarabande [3:09]
  3. Gavotte [7:40]
  4. Air [11:13]
  5. Rigaudon [17:15]

Grieg: Fra Holbergs tid, trascrizione per orchestra d’archi (1884-85). Berliner Phil­har­mo­ni­ker, dir. Herbert von Karajan.

  1. Praeludium
  2. Sarabande [3:02]
  3. Gavotte [7:18]
  4. Air [11:07]
  5. Rigaudon [16:58]

Grieg, op40

À ma douce rebelle

Claude Goudimel (1514 - 31 agosto 1572): Bonjour mon coeur, chanson a 4 voci (1559) su testo di Pierre de Ronsard. Collegium Vocale Bydgoszcz.

Bonjour mon coeur, bonjour ma douce vie
Bonjour mon oeil, bonjour ma chère amie!
Hé! Bonjour ma toute belle,
Ma mignardise, bonjour
Mes délices, mon amour,
Mon doux printemps, ma douce fleur nouvelle,
Mon doux plaisir, ma douce colombelle,
Mon passereau, ma gente tourterelle!
Bonjour ma douce rebelle.

Come una voluta di fumo

Tomás Luis de Victoria (1548 - 27 agosto 1611): Vidi speciosam, mottetto a 6 voci (pubblicato in Motecta, que partim quaternis, partim quinis, alia senis, alia octonis vocibus concinuntur, vol. I, 1572, n. 27). Ensemble Plus Ultra, dir. Michael Noone.

1a pars :
Vidi speciosam sicut columbam ascendentem desuper rivos aquarum:
Cuius inaestimabilis odor erat nimis in vestimentis eius.
Et sicut dies verni, flores rosarum circumdabant eam, et lilia convallium.

2a pars :
Quae est ista, quae ascendit per desertum sicut virgula fumi, ex aromatibus myrrhae et thuris?
Et sicut dies verni, flores rosarum circumdabant eam, et lilia convallium.

Natus ante saecula

La sequenza Natus ante saecula di Notker I di San Gallo, detto Balbulus (il Balbuziente; c840 - 912), eseguita dall’ensemble Sequentia.

Natus ante saecula
 Dei filius invisibilis
 Interminus
Per quem fit machina
 Caeli ac terrae maris
 Et in his degentium
Per quem dies et horae labant
 Et se iterum reciprocant
Quem angeli in arce poli
 Voce consona semper canunt,
Hic corpus assumpserat
 Fragile
Sine labe originalis criminis
 De carne Mariae virginis
 Quo primi parentis culpam
 Evaeque lasciviam tergeret.
Hoc praesens diecula loquitur,
Praelucida adaucta
 Longitudine quod sol verus
 Radio sui luminis vetustas
 Mundi depulerit
 Genitus tenebras.
Nec nox vacat novi
 Syderis luce quod magorum
 Oculos terruit scios,
Nec gregum magistris
 Defuit lumen quos praestrinxit
 Claritas militum Dei.
Gaude Dei genitrix
 Quam circumstant obstetricum vice concinentes
 Angeli gloriam Deo.
Christe patris unice
 Qui humanam nostri
 Causa formam assumpsisti
 Refove supplices tuos
Et quorum participem te fore
 Dignatus es Jesu
 Dignanter eorum
 Suscipe preces
Ut ipsos divinitatis tuae
 Participes Deus facere digneris unice Dei.

(Nato prima dei secoli, il figlio di Dio, invisibile e senza fine, per il cui tramite fu creato l’apparato del cielo, della terra, del mare e di tutti coloro che vi abitano; in grazia del quale trascorrono i giorni e le ore, e si alternano tra loro; Colui al quale gli angeli nella rocca celeste sempre inneggiano con armoniosa voce aveva preso un fragile corpo, senza la macchia del peccato originale, dalla carne di Maria vergine, per lavar via con esso la colpa del primo genitore e la lascivia di Eva. Questo ci dice la luminosa tregua attuale, accresciuta nella durata: che il vero sole, ora nato, con il suo raggio di luce ha scacciato le antiche tenebre dal mondo. La notte non è priva della luce della nuova stella che ha atterrito gli occhi saggi dei maghi, così come non manca la luce per coloro che conducono le greggi, i quali furono abbagliati dallo splendore dei soldati del Signore. Rallegrati, Madre di Dio: attorno a te non si adunano levatrici ma angeli che cantano la gloria di Dio. O Cristo, unigenito figlio di Dio, che per noi hai assunto forma umana, ristora i tuoi supplici e con benevolenza accogli le preghiere di coloro dei quali, o Gesù, ti sei degnato di essere partecipe, così che ti degnerai di rendere anch’essi partecipi della tua divinità, Dio unico figlio di Dio.)

Torniamo molto indietro nel tempo, valicando a ritroso il fatale anno 1000 per giun­gere nel pieno dell’età carolingia e ascoltare un capolavoro della musica di quel tempo.

Che cos’è una sequenza? La prima occorrenza del termine si trova nel Liber officialis di Amalario di Metz (c775 - 850); afferma l’insigne liturgista che il canto dell’alleluia tocca nel profondo l’animo del cantore, e « haec jubilatio, quam cantores sequentiam vocant », non necessita di testo (sant’Ago­stino aveva infatti asserito che « chi gioisce non può espri­mersi con parole »).
Dunque, la sequenza era originariamente un vocalizzo, un melisma (ossia un canto privo di testo) articolato sull’ultima vocale della parola alleluia. Ma a un certo punto della sua storia, per l’appunto nel corso del IX secolo, la sequenza comincia a essere dotata di testo. Sulle ragioni di questa novità aiuta a far luce proprio la testimonianza di Notker Balbulus. Questi compose una quarantina di testi di sequenze (da lui chiamati hymni), che poi inviò come omaggio al vescovo di Vercelli Liutvardo, cancelliere di Carlo il Grosso: nella lettera dedicatoria Notker racconta che, in gioventù, faceva molta fatica a ricordare le « longissimae melodiae » del canto liturgico e si chiedeva se ci fosse un metodo per aiutare la memoria. « In quel periodo giunse fra noi un monaco sacerdote dell’abbazia di Jumièges, devastata dai normanni. Portava con sé un libro di musica (antiphonarium) nel quale alcuni testi (aliqui versus) erano adattati alla musica dei melismi alleluiatici (ad sequentias) ». Forte di questo esempio e incoraggiato dai propri superiori, Notker si dedicò alla composizione di testi analoghi affinché fossero cantati sulle note delle sequenze.
L’aggiunta di testi ai vocalizzi dell’alleluia, insomma, è in origine un espediente mnemonico: a volte la storia dell’arte, non solo musicale, riserva gustose sorprese.

Sul vastissimo repertorio di sequenze composte nei secoli successivi, oltre cinquemila, calò poi la scure del Concilio di Trento, che autorizzò l’uso liturgico di soli quattro componimenti:
Victimae Paschali laudes, attribuita a Wipo di Soletta († dopo il 1046);
Veni Sancte Spiritus, attribuita a Stephen Langton, arcivescovo di Canterbury (c1150 - 1228);
Lauda Sion Salvatorem, composta da Tommaso d’Aquino (1225 - 1274) per la festività del Corpus Domini;
Dies irae, che secondo tradizione sarebbe stata composta da Tommaso da Celano (c1190 - c1260).
A queste fu aggiunta poi Stabat Mater dolorosa, scritta probabilmente da Jacopone da Todi (c1230/36 - 1306).

Natus ante saecula (incipit)

Dal Manoscritto 381 di San Gallo (Biblioteca del Monastero, Codex Sangallensis 381, p. 333), l’inizio della sequenza Natus ante saecula di Notker Balbulus.
Da notare il particolare tipo di impaginazione, caratteristico della tradizione sangallese: il testo e la notazione musicale (neumi in campo aperto) sono riportati su due colonne affiancate.