Poires d’angoisse

Claudin de Sermisy (c1490 - 13 ottobre 1562): Au joly boys, chanson a 4 voci (pubblicata in Trente et une chansons musicales a quatre parties, Pierre Attaingnant, Parigi, 1529, n. 7). Ensemble «Clément Janequin».

Au joly boys, en l’ombre d`ung soucy,
M’y fault aller pour passer ma tristesse,

Remply de dueil d’ung souvenir transy,
Menger m’y fault maintes poires d`angoisse,

En ung jardin remply de noires flours
De mes deux yeulx feray larmes et plours.

Fy de lyesse et hardiesse! Regret m’oppresse,
Puis que j’ay perdu mes amours.

Las! trop j`endure, Le temps m’y dure, Je vous asseure:
Soulas, vous n’avez plus de cours!

Columbus Suite

Sir William Walton (1902 - 1983): Suite dalle musiche per il radiodramma Christopher Columbus di Louis MacNeice (1942); arrangiamento di Christopher Palmer. Linda Finnie, soprano; Arthur Davies, tenore; Westminster Singers e City of London Sinfonia, dir. Richard Hickox.

  1. Fiesta
  2. Romanza [5:45]
  3. Gloria [8:12]

Pace non trova il cor

Vincenzo Bellini (1801 - 1835): Torna, vezzosa Fillide, romanza per voce e orchestra (1827). Marcello Giordani, tenore; Orchestra del Teatro «Bellini» di Catania, dir. Steven Mercurio.

Torna, vezzosa Fillide,
al caro tuo pastore;
lungi da tue pupille
pace non trova il cor.

Al caro tuo soggiorno
io sempre volgo il piè
e grido notte e giorno:
“Fillide mia dov’è?”

Domando a quella sponda:
“Fillide mia che fa?”
e par che mi risponda:
“Piange lontan da te!”

Domando a quello rio:
“Fillide mia dov’è?”
con rauco mormorio
dice: “Piangendo sta!”

Il caro tuo sembiante,
fonte d’ogni piacere,
il miro ad ogni istante
impresso nel pensier.

Ma rimirando allora
ch’egli non è con me,
grido piangendo ognora:
“Fillide mia dov’è?”.

Son fatte le mie pene
un tempestoso mare;
non trovo, amato bene,
chi le potrà calmar?

Che fa la morte, oh Dio,
che non mi chiama a sé?
Gridar più non poss’io:
“Fillide mia dov’è?”.

Marcello Giordani
Marcello Giordani
1963 - 5 ottobre 2019

Flores apparuerunt

Francisco Guerrero (4 ottobre 1528 - 1599): Surge, propera amica mea, mottetto a 6 voci (testo: Canticum canticorum Salomonis 2:10b–13). Stile Antico.

10b Surge, propera amica mea, columba mea, formosa mea, et veni.
11 Jam enim hyems transiit, imber abiit et recessit.
12 Flores apparuerunt in terra, tempus putationis advenit.
Vox turturis audita est in terra nostra;
13 Ficus protulit grossos suos; vineae florentes dederunt odorem suum.
Surge, amica mea, speciosa mea, et veni.

Cantus firmus (soprano II): Veni, sponsa Christi.

Guerrero, Surge

Remember me

Henry Purcell (1659 - 1695): «Thy hand, Belinda», recitativo, e «When I am laid in earth», aria di Didone, dal III atto dell’opera Dido and Aeneas (1688). Jessye Norman (1945 - 30 settembre 2019), soprano; English Chamber Orchestra, dir. Raymond Leppard.

Thy hand, Belinda, darkness shades me,
On thy bosom let me rest,
More I would, but Death invades me;
Death is now a welcome guest.

When I am laid in earth,
May my wrongs create
No trouble in thy breast;
Remember me, but ah! forget my fate.

Jessye

T’aimeroy volontiers

Claude Le Jeune (c1530 - 26 settembre 1600): Brunelette, joliette, m’amourette, chanson a 5 voci (pubblicata postuma nella raccolta Le Printemps, 1603). Ensemble Doulce Mémoire, dir. Denis Raisin-Dadre.

Brunelette, joliette, m’amourette, mon tout,
Tu m’as émé pour un tans,
Et puis tu m’as quité la,
Je ne sait la raison.

  Si tu veus je t’aimeray,
  Sinon je te dezémeray:
  Emér je puis de bon gré
  Contre gré ne puis émér.

Brunelette, joliette, m’amourette, mon tout,
Tu as et grac’ et beauté,
Je t’aimeroy volontiers,
Si volois me t’aimer.

  Si tu veus je t’aimeray…

Brunelette, joliette, m’amourette, mon tout,
Tu m’as volé de mon cueur,
Et ren-le moy je t’en prî’,
Ou m’aseure ton cueur.

  Si tu veus je t’aimeray…

Brunelette, joliette, m’amourette, mon tout,
Si veus le tien me baillér,
Retien le mien il est tien,
Qui n’a cœur ne vit pas.

  Si tu veus je t’aimeray…

Brunelette, joliette, m’amourette, mon tout,
Tu vois, tu m’ois, tu m’entens:
Je veus ton aiz’ et mon bien,
Et je hay le tourment.

  Si tu veus je t’aimeray…

Brunelette, joliette, m’amourette, mon tout,
Ne pense plus m’abuzant
Me marteler le cerveau
D’amour enjalouzés.

  Si tu veus je t’aimeray…

Ebbro di Luna

Arnold Schoenberg (13 settembre 1874 - 1951): Pierrot lunaire, ciclo di 21 Lieder per voce femminile cantante-recitante (Sprechgesang) e ensemble da camera op. 21 (1912) su liriche di Albert Giraud (1860 - 1929) tradotte in tedesco da Otto Erich Hartleben (1864 - 1905). Christine Schäfer, voce; Ensemble Intercontemporain, dir. Pierre Boulez.

PARTE

1. Mondestrunken

Den Wein, den man mit Augen trinkt,
Giesst Nachts der Mond in Wogen nieder,
Und eine Springflut überschwemmt
Den stillen Horizont.

Gelüste, schauerlich und süss,
Durchschwimmen ohne Zahl die Fluten!
Den Wein, den man mit Augen trinkt,
Giesst Nachts der Mond in Wogen nieder.

Der Dichter, den die Andacht treibt,
Berauscht sich an dem heiigen Tranke,
Gen Himmel wendet er verzückt
Das Haupt und taumelnd saugt und schlürft er
Den Wein den man mit Augen trinkt.

2. Colombine

Des Mondlichts bleiche Blüten,
Die weißen Wunderrosen,
Blühn in den Julinachten —
O brach ich eine nur!

Mein banges Leid zu lindern,
Such ich am dunklen Strome
Des Mondlichts bleiche Blüten,
Die weißen Wunderrosen.

Gestillt wär all mein Sehnen,
Dürft ich so märchenheimlich,
So selig leis — entblättern
Auf deine brauenen Haare
Des Mondlichts bleiche Blüten!

3. Der Dandy

Mit einem phantastischen Lichtstrahl
Erleuchtet der Mond die krystallnen Flacons
Auf dem schwarzen, hochheiligen Waschtisch
Des schweigenden Dandys von Bergamo.

In tönender, bronzener Schale
Lacht hell die Fontaine, metallischen Klangs.
Mit einem phantastischen Lichtstrahl
Erleuchtet der Mond die krystallnen Flacons.

Pierrot mit dem wächsernen Antlitz
Steht sinnend und denkt: wie er heute sich schminkt?
Fort schiebt er das Rot und das Orients Grün
Und bemalt sein Gesicht in erhabenem Stil
Mit einem phantastischen Mondstrahl.

4. Eine blasse Wäscherin

Eine blasse Wäscherin
Wäscht zur Nachtzeit bleiche Tücher;
Nackte, silberweiße Arme
Streckt sie nieder in die Flut.

Durch die Lichtung schleichen Winde,
Leis bewegen sie den Strom.
Eine blasse Wäscherin
Wäscht zur Nachtzeit bleiche Tücher.

Und die sanfte Magd des Himmels,
Von den Zweigen zart umschmeichelt,
Breitet auf die dunklen Wiesen
ihre lichtgewobnen Linnen —
Eine blasse Wäscherin.

5. Valse de Chopin

Wie ein blasser Tropfen Bluts
Färbt die Lippen einer Kranken,
Also ruht auf diesen Tönen
Ein vernichtungssüchtger Reiz.

Wilder Lust Accorde stören
Der Verzweiflung eisgen Traum —
Wie ein blasser Tropfen Bluts
Färbt die Lippen einer Kranken.

Heiß und jauchzend, süß und schmachtend,
Melancholisch düstrer Walzer,
Kommst mir nimmer aus den Sinnen!
Haftest mir an den Gedanken,
Wie ein blasser Tropfen Bluts!

6. Madonna

Steig, o Mutter aller Schmerzen,
Auf den Altar meiner Verse!
Blut aus deinen magren Brusten
Hat des Schwertes Wut vergossen.

Deine ewig frischen Wunden
Gleichen Augen, rot und offen.
Steig, o Mutter aller Schmerzen,
Auf den Altar meiner Verse!

In den abgezehrten Händen
Hältst du deines Sohnes Leiche.
Ihn zu zeigen aller Menschheit —
Doch der Blick der Menschen meidet
Dich, o Mutter aller Schmerzen!

7. Der kranke Mond

Du nächtig todeskranker Mond
Dort auf des Himmels schwarzem Pfühl,
Dein Blick, so fiebernd übergroß,
Bannt mich wie fremde Melodie.

An unstillbarem Liebesleid
Stirbst du, an Sehnsucht, tief erstickt,
Du nächtig todeskranker Mond
Dort auf des Himmels schwarzem Pfühl.

Den Liebsten, der im Sinnenrausch
Gedankenlos zur Liebsten schleicht,
Belustigt deiner Strahlen Spiel —
Dein bleiches, qualgebornes Blut,
Du nächtig todeskranker Mond.

PARTE

8. Nacht (Passacaglia)

Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz.
Ein geschlossnes Zauberbuch,
Ruht der Horizont — verschwiegen.

Aus dem Qualm verlorner Tiefen
Steigt ein Duft, Erinnrung mordend!
Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz.

Und vom Himmel erdenwärts
Senken sich mit schweren Schwingen
Unsichtbar die Ungetume
Auf die Menschenherzen nieder…
Finstre, schwarze Riesenfalter.

9. Gebet an Pierrot

Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!
Das Bild des Glanzes
Zerfloß – Zerfloß!

Schwarz weht die Flagge
Mir nun vom Mast.
Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!

O gieb mir wieder,
Roßarzt der Seele,
Schneemann der Lyrik,
Durchlaucht vom Monde,
Pierrot – mein Lachen!

10. Raub

Rote, fürstliche Rubine,
Blutge Tropfen alten Ruhmes,
Schlummern in den Totenschreinen,
Drunten in den Grabgewolben.

Nachts, mit seinen Zechkumpanen,
Steigt Pierrot hinab — zu rauben
Rote, fürstliche Rubine,
Blutge Tropfen alten Ruhmes.

Doch da – strauben sich die Haare,
Bleiche Furcht bannt sie am Platze:
Durch die Finsternis — wie Augen! —
Stieren aus den Totenschreinen
Rote, fürstliche Rubine.

11. Rote Messe

Zu grausem Abendmahle
Beim Blendeglanz des Goldes,
Beim Flackerschein der Kerzen,
Naht dem Altar — Pierrot!

Die Hand, die gottgeweihte,
Zerreißt die Priesterkleider —
Zu grausem Abendmahle
Beim Blendeglanz des Goldes.

Mit segnender Geberde
Zeigt er den bangen Seelen
Die triefend rothe Hostie —
Sein Herz in blut’gen Fingern,
Zu grausem Abendmahle.

12. Galgenlied

Die dürre Dirne
Mit langem Halse
Wird seine letzte
Geliebte sein.

In seinem Hirne
Steckt wie ein Nagel
Die dürre Dirne
Mit langem Halse.

Schlank wie die Pinie,
Am Hals ein Zöpfchen —
Wollüstig wird sie
Den Schelm umhalsen,
Die dürre Dirne!

13. Enthauptung

Der Mond, ein blankes Türkenschwert
Auf einem schwarzen Seidenkissen,
Gespenstisch groß — dräut er hinab
Durch schmerzendunkle Nacht.

Pierrot irrt ohne Rast umher
Und starrt empor in Todesängsten
Zum Mond, dem blanken Türkenschwert
Auf einem schwarzen Seidenkissen.

Es schlottern unter ihm die Knie,
Ohnmächtig bricht er jäh zusammen.
Er wähnt: es sause strafend schon
Auf seinen Sünderhals hernieder
Der Mond, das blanke Türkenschwert.

14. Die Kreuze

Heilge Kreuze sind die Verse,
Dran die Dichter stumm verbluten,
Blindgeschlagen von der Geier
Flatterndem Gespensterschwarme!

In den Leibern schwelgten Schwerter,
Prunkend in des Blutes Scharlach!
Heilge Kreuze sind die Verse,
Dran die Dichter stumm verbluten.

Tot das Haupt — erstarrt die Locken —
Fern, verweht der Lärm des Pöbels.
Langsam sinkt die Sonne nieder,
Eine rote Königskrone. —
Heilge Kreuze sind die Verse!

PARTE

15. Heimweh

Lieblich klagend — ein krystallnes Seufzen
Aus Italiens alter Pantomime,
Klingts herüber: wie Pierrot so holzern,
So modern sentimental geworden.

Und es tönt durch seines Herzens Wüste,
Tönt gedämpft durch alle Sinne wieder,
Lieblich klagend — ein krystallnes Seufzen
Aus Italiens alter Pantomime.

Da vergißt Pierrot die Trauermienen!
Durch den bleichen Feuerschein des Mondes,
Durch des Lichtmeers Fluten – schweift die Sehnsucht
Kühn hinauf, empor zum Heimathimmel
Lieblich klagend — ein krystallnes Seufzen!

16. Gemeinheit

In den blanken Kopf Cassanders,
Dessen Schrein die Luft durchzetert,
Bohrt Pierrot mit Heuchlermienen,
Zärtlich — einen Schädelbohrer!

Darauf stopft er mit dem Daumen
Seinen echten türkischen Taback
In den blanken Kopf Cassanders,
Dessen Schrein die Luft durchzetert!

Dann dreht er ein Rohr von Weichsel
Hinten in die glatte Glatze
Und behäbig schmaucht und pafft er
Seinen echten türkischen Taback
Aus dem blanken Kopf Cassanders!

17. Parodie

Stricknadeln, blank und blinkend,
In ihrem grauen Haar,
Sitzt die Duenna murmelnd,
Im roten Röckchen da.

Sie wartet in der Laube,
Sie liebt Pierrot mit Schmerzen,
Stricknadeln, blank und blinkend,
In ihrem grauen Haar.

Da plötzlich — horch! — ein Wispern!
Ein Windhauch kichert leise:
Der Mond, der böse Spötter,
Äfft nach mit seinen Strahlen —
Stricknadeln, blink und blank.

18. Der Mondfleck

Einen weißen Fleck des hellen Mondes
Auf dem Rücken seines schwarzen Rockes,
So spaziert Pierrot im lauen Abend,
Aufzusuchen Glück und Abenteuer.

Plötzlich — stört ihn was an seinem Anzug,
Er beschaut sich rings und findet richtig —
Einen weißen Fleck des hellen Mondes
Auf dem Rücken seines schwarzen Rockes.

Warte! denkt er: das ist so ein Gipsfleck!
Wischt und wischt, doch — bringt ihn nicht herunter!
Und so geht er, giftgeschwollen, weiter,
Reibt und reibt bis an den frühen Morgen —
Einen weißen Fleck des hellen Mondes.

19. Serenade

Mit groteskem Riesenbogen
Kratzt Pierrot auf seiner Bratsche,
Wie der Storch auf einem Beine,
Knipst er trüb ein Pizzicato.

Plötzlich naht Cassander — wütend
Ob des nächtgen Virtuosen —
Mit groteskem Riesenbogen
Kratzt Pierrot auf seiner Bratsche.

Von sich wirft er jetzt die Bratsche:
Mit der delikaten Linken
Faßt den Kahlkopf er am Kragen —
Träumend [spielt]1 er auf der Glatze
Mit groteskem Riesenbogen.

20. Heimfahrt (Barcarole)

Der Mondstrahl ist das Ruder,
Seerose dient als Boot;
Drauf fährt Pierrot gen Süden
Mit gutem Reisewind.

Der Strom summt tiefe Skalen
Und wiegt den leichten Kahn.
Der Mondstrahl ist das Ruder,
Seerose dient als Boot.

Nach Bergamo, zur Heimat,
Kehrt nun Pierrot zurück;
Schwach dämmert schon im Osten
Der grüne Horizont.
— Der Mondstrahl ist das Ruder.

21. O alter Duft

O alter Duft aus Märchenzeit,
Berauschest wieder meine Sinne;
Ein närrisch Heer von Schelmerein
Durchschwirrt die leichte Luft.

Ein glückhaft Wünschen macht mich froh
Nach Freuden, die ich lang verachtet:
O alter Duft aus Märchenzeit,
Berauschest wieder mich!

All meinen Unmut gab ich preis;
Aus meinem sonnumrahmten Fenster
Beschau ich frei die liebe Welt
Und träum hinaus in selge Weiten…
O alter Duft — aus Märchenzeit!


Per una libera traduzione italiana dei testi, curata da Raissa Olkienizkaia Naldi, cliccare qui.

Pierrot lunaire

Only peace, only rest

Henry Purcell (10 settembre 1659 - 1695): Close thine eyes and sleep secure, devotional song per soprano, basso e continuo Z 184 (pubblicato in Harmonia Sacra, 1688) su testo di Francis Quarles. Hana Blažíková, soprano; Peter Kooij, basso; L’Armonia Sonora, dir. e viola da gamba Mieneke van der Velden.

Close thine eyes and sleep secure;
Thy soul is safe, thy body sure;
He that guards thee, He thee keeps,
Who never slumbers, never sleeps.
A quiet conscience in a quiet breast
Has only peace, has only rest:
The music and the mirth of kings
Are out of tune unless she sings;
Then close thine eyes in peace and rest secure,
No sleep so sweet as thine, no rest so sure.

 

À ma douce rebelle

Claude Goudimel (1514 - 31 agosto 1572): Bonjour mon coeur, chanson a 4 voci (1559) su testo di Pierre de Ronsard. Collegium Vocale Bydgoszcz.

Bonjour mon coeur, bonjour ma douce vie
Bonjour mon oeil, bonjour ma chère amie!
Hé! Bonjour ma toute belle,
Ma mignardise, bonjour
Mes délices, mon amour,
Mon doux printemps, ma douce fleur nouvelle,
Mon doux plaisir, ma douce colombelle,
Mon passereau, ma gente tourterelle!
Bonjour ma douce rebelle.

Come una voluta di fumo

Tomás Luis de Victoria (1548 - 27 agosto 1611): Vidi speciosam, mottetto a 6 voci (pubblicato in Motecta, que partim quaternis, partim quinis, alia senis, alia octonis vocibus concinuntur, vol. I, 1572, n. 27). Ensemble Plus Ultra, dir. Michael Noone.

1a pars :
Vidi speciosam sicut columbam ascendentem desuper rivos aquarum:
Cuius inaestimabilis odor erat nimis in vestimentis eius.
Et sicut dies verni, flores rosarum circumdabant eam, et lilia convallium.

2a pars :
Quae est ista, quae ascendit per desertum sicut virgula fumi, ex aromatibus myrrhae et thuris?
Et sicut dies verni, flores rosarum circumdabant eam, et lilia convallium.

Ne unquam obdormiam in morte

Loyset Compère (c1445 - 16 agosto 1518): O bone Jesu, mottetto a 4 voci (pubblicato postumo nella raccolta Motetti de la corona, volume III, 1519, n. 14); testo: Salmo 12:4-5, Salmo 30:6, Salmo 38:5. Ensemble i buoni antichi.

O bone Jesu! Illumina oculos meos, ne unquam obdormiam in morte,
ne quando dicat inimicus meus praevalui adversus eum.
O Adonai! In manus tuas, Domine, commendo spiritum meum;
redemisti me, Domine, Deus veritatis.

O bone jesu

Non ti lagnar, ma soffra et taci

Alfonso Ferrabosco I (1543 - 12 agosto 1588): Dolci ire (2ª parte: Forse anchor), madrigale a 5 voci su testo del Petrarca (Canzoniere CCV). Huelgas Ensemble, dir. Paul Van Nevel.

Dolci ire, dolci sdegni et dolci paci,
dolce mal, dolce affanno et dolce peso,
dolce parlare, et dolcemente inteso,
or di dolce òra, or pien di dolci faci:

alma, non ti lagnar, ma soffra et taci,
et tempra il dolce amaro, che n’à offeso,
col dolce honor che d’amar quella ài preso
a cui io dissi: Tu sola mi piaci.

Forse anchor fia chi sospirando dica,
tinto di dolce invidia: Assai sostenne
per bellissimo amor quest’al suo tempo.

Altri: O fortuna agli occhi miei nemica,
perché non la vid’io? perché non venne
ella piú tardi, over io piú per tempo?

Nativo di Bologna, membro di un’articolata dinastia di musicisti, a partire dal 1562 Alfonso Ferrabosco il Vecchio fu attivo prevalentemente in Inghilterra, dove trovò impiego quale musicista presso la corte di Elisabetta I e contribuì a diffondere il gusto per il madrigale in stile italiano. Ebbe una vita intensa, ricca di episodi singolari – fu tra l’altro accusato di furto e di omicidio, e dopo il suo definitivo ritorno in Italia, nel 1578, si dice che abbia svolto attività di spionaggio per conto della regina inglese.

Per illuminare le genti – II

Hieronymus Praetorius (10 agosto 1560 - 1629): Nunc dimittis, mottetto a 8 voci (pubblicato in Cantiones sacrae de praecipuis festis totius anni, 1599, n. 9); testo: Luca 2:29-32 (Canticum Simeonis). Ensemble Alamire, dir. David Skinner.

Nunc dimittis servum tuum, Domine,
secundum verbum tuum in pace,
quia viderunt oculi mei salutare tuum.
Quod parasti ante faciem omnium populorum
lumen ad revelationem gentium,
et gloriam plebis tuae Israel.

Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto,
sicut erat in principio, et nunc et semper,
et in saecula saeculorum. Amen.

Cogli la rosa – I

Georg Friedrich Händel (1685 - 1759): «Lascia la spina», dall’oratorio Il trionfo del Tempo e del Disinganno HWV 46a (1707) su testo di Benedetto Pamphili. Mary Bevan, soprano; Academy of Ancient Music, dir. Christopher Bucknall.

Lascia la spina,
cogli la rosa;
tu vai cercando
il tuo dolor.

Canuta brina
per mano ascosa
giungerà quando
nol crede il cuor.


Georg Friedrich Händel: «Lascia ch’io pianga», dal II atto dell’opera Rinaldo HWV 7 (1711) su libretto di Giacomo Rossi. Patricia Petibon, soprano; Venice Baroque Orchestra.

Lascia ch’io pianga
mia cruda sorte
e che sospiri
la libertà.

Il duolo infranga
queste ritorte
de’ miei martiri
sol per pietà.


William Babell (1689/90 - 1723): «Lascia ch’io pianga» di Händel, trascrizione per clavicembalo eseguita da Erin Helyard.

Lascia ch'io pianga Händel: «Lascia ch’io pianga», manoscritto autografo (1711)

Mottetto firmato

Antoine Busnois (1430 - 1492): Anthoni, usque limina, mottetto in onore di sant’Antonio abate. Capella Sancti Michaëlis.
Questo mottetto è celebre, oltre che per la maestria compositiva dell’autore, per il fatto che il testo contiene, nel primo e nell’ultimo verso, la «firma» di Busnois (evidenziata con inchiostro rosso nel manoscritto).

Anthoni, usque limina
Orbis terrarumque maris,
Et ultra, qui vocitaris
Providencia divina,
Quia demonum agmina
Superasti viriliter:
Audi cetum nunc omina
Psalentem tua dulciter.

Et ne post hoc exlium
Nos igneus urat Pluto,
Hunc ab orci chorum luto
Eruens, fer auxilium:
Porrigat refrigerium
Artubus gracie moys,
Ut per verbi misterium
Fiat in omnibus noys.

Il mottetto Anthoni, usque limina di Antoine Busnois nel MS 5557 (c1470) della Bibliothèque Royale di Bruxelles

Axa e Fátima e Marién


Anonimo (dal Cancionero de Palacio, sec. XV-XVI): Tres morillas m’ enamoran, villancico (CMP 24). Ensemble Accentus, dir. Thomas Wimmer (sopra); Hespèrion XX, dir. Jordi Savall.

Tres morillas me enamoran
en Jaén,
Axa y Fátima y Marién.

Tres morillas tan garridas
iban a coger olivas,
y hallábanlas cogidas
en Jaén,
Axa y Fátima y Marién.

Y hallábanlas cogidas,
y tornaban desmaídas
y las colores perdidasv
en Jaén,
Axa y Fátima y Marién.

Tres moricas tan lozanas,
iban a coger manzanas,
y hallábanlas cogidas
a Jaén:
Axa y Fátima y Marién.

Tres morillas
Qui un articolo interessante (in spagnolo) sull’argomento.

Ogni core può sperar

Agostino Steffani (25 luglio 1654 - 1728): «Ogni core può sperar», aria per soprano (Tanaquil), dal dramma per musica Servio Tullio (1686), atto II, scena 7ª. Cecilia Bartoli, soprano; I Barocchisti, dir. Diego Fasolis.

Ogni core può sperar,
solo il mio dee lagrimar.
La fortuna, ch’è tiranna,
mi condanna
a mai sempre sospirar.

Pace in cor d’amanti non ha loco

Cipriano de Rore (1515 o 1516 - 1565): Cantai mentre ch’i arsi del mio foco, madrigale a 5 voci (pubblicato nel Primo Libro de madrigali a cinque voci, 1542, n. 1) su testo di Giovanni Brevio. Ensemble Blue Heron, dir. Scott Metcalfe.

Cantai, mentre ch’i arsi del mio foco,
La viva fiamma ov’io morendo vissi,
Ben che quant’io cantai e quant’io scrissi
Di madonna e d’amor fu nulla o poco.

Ma se i begli occhi ond’il mio cor s’accese,
Del lor chiaro divin almo splendore
Non m’havessero a torto fatto indegno,
Col canto havrei l’interno e grave ardore

A gl’orecchi di tal fatto palese
Che pietà fora ov’alberga ira e sdegno.
A gl’amorosi strali fermo segno sarei,

Pieno di dolce aspro martiro
Ov’hora in libertà piagno e sospiro:
Ahi, pace in cor d’amanti non ha loco.

Togliete via il lievito vecchio

Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525 - 1594): Expurgate vetus fermentum, mottetto per doppio coro a 8 voci; testo da I Corinzi V:7-8 e Romani IV:24-25. La Grande Chapelle.

Expurgate vetus fermentum et sitis nova conspersio,
etenim Pascha nostrum immolatus est Christus,
itaque epulemur in Domino.
Alleluja.
Mortuus est propter delicta nostra
et resurrexit propter justificationem nostram,
itaque epulemur in Domino.
Alleluja.

GPdP

Rime petrose

Luca Marenzio (1553 o 1554 - 1599): Così nel mio parlar voglio esser aspro, madrigale a 5 voci (dal Nono Libro de madrigali a cinque voci, 1599, n. 1) su testo di Dante Alighieri (Rime XLVI). La Venexiana, dir. Claudio Cavina.

Così nel mio parlar voglio esser aspro
com’è ne li atti questa bella petra,
la quale ognora impetra
maggior durezza e più natura cruda,
e veste sua persona d’un diaspro
tal che per lui, o perch’ella s’arretra,
non esce di faretra
saetta che già mai la colga ignuda;
ed ella ancide, e non val ch’om si chiuda
né si dilunghi da’ colpi mortali,
che, com’avesser ali,
giungono altrui e spezzan ciascun’arme:
sì ch’io non so da lei né posso atarme.

Haї-luli!

Pauline Viardot-García (18 luglio 1821 - 1910): Haï-luli!, mélodie (1880) su testo di Xavier de Maistre. Cecilia Bartoli, mezzosoprano; Myung-Whun Chung, pianoforte.

Je suis triste, je m’inquiète,
Je ne sais plus que devenir.
Mon bon ami devait venir
Et je l’attends ici seulette.
    Haï-luli! haï-luli!
Où donc peut être mon ami?

Je m’assieds pour filer ma laine,
Le fil se casse dans ma main…
Allons! je filerai demain,
Aujourd’hui je suis trop en peine.
    Haï-luli! haï-luli!
Qu’il fait triste sans son ami.

Si jamais il devient volage,
S’il doit un jour m’abandonner,
Le village n’a qu’à brûler
Et moi-même avec le village!
    Haï-luli! haï-luli!
À quoi bon vivre sans ami?

With thy most gracious favour

William Byrd (c1540 - 1623): Prevent us, O Lord, anthem a 5 voci (manoscritto nei Dow Partbooks, c1580, n. 58). The Tallis Scholars, dir. Peter Phillips.

Prevent us, O Lord, in all our doings with thy most gracious favour,
and further us with thy continual help;
that in all our works begun, continued, and ended in thee,
we may glorify thy holy Name.
And finally by thy mercy, obtain everlasting life;
through Jesus Christ our Lord. Amen.

Serre, Martin!

Clément Janequin (c1485 - 1558): Martin menait son porceau au marché, chanson a 4 voci (pubblicata in Vingt et six chansons musicales a quatre parties, 1535, n. 35); testo di Clément Marot. Ensemble «Clément Janequin».

Martin menait son porceau au marché,
Avec Alix qui, en la plaine grande,
Pria Martin de faire le pêché
De l’un sur l’autre.

Et Martin lui demande:
Et qui tiendra notre porceau, friande?
Qui? dit Alix. Bon remède il y a.
Lors le porceau à sa jambe lia.

Et Martin juche qui lourdement engaine
Le porc eut peur et Alix s’écria:
Serre, Martin, notre porceau m’entraîne!


Andrea Gabrieli (c1533 - 1585): Canzon francese detta Martin menoit a quattro voci di Ianequin. Fabio Bonizzoni, organo.

Souvent me fait dire aymi

Il virelai monodico Je vivroie liement di Guillaume de Machaut (c1300 - 1377) inter­pre­tato da Elisabeth Pawelke.

  Je vivroie liement,
  Douce creature,
  Se vous saviés vraiement
  Qu’en vous fust parfaitement
  Ma cure.

Dame de meinteing joli,
Plaisant, nette et pure,
Souvent me fait dire: aymi
Li maus que j’endure
Pour vous servir loyaument.
Et soiés seüre
Que je ne puis nullement
Vivre einsi, se longuement
Me dure.

  Je vivroie liement,
  Douce creature,
  Se vous saviés vraiement
  Qu’en vous fust parfaitement
  Ma cure.

Car vous m’estes sans mercy
Et sans pité dure,
Et s’avés le cuer de mi
Mis en tel ardure
Qu’il morra certeinnement
De mort trop obscure,
Se pour son aligement
Merci n’est procheinnement
Meüre.

  Je vivroie liement,
  Douce creature,
  Se vous saviés vraiement
  Qu’en vous fust parfaitement
  Ma cure.

Insieme con la ballade e il rondeau, il virelai è uno dei tre principali generi di chanson à forme fixe della lirica in lingua d’oïl. Strutturalmente è affine al rondeau, in quanto consiste nel succedersi di strofe, ciascuna delle quali ha un testo proprio, che si alternano con un refrain, il cui testo è sempre lo stesso. La differenza fra rondeau e virelai è di natura musicale: nel rondeau ci sono una melodia per il refrain e una, diversa, per le strofe; nel virelai la prima parte della strofa ha melodia propria, mentre la seconda parte riprende la melodia del refrain.

Ninna-nanna catalana

Anonimo (c1700): Mareta, no’m faces plorar. Montserrat Figueras e Arianna Savall, soprani; Hespèrion XXI, dir. Jordi Savall.

Mareta, mareta, no’m faces plorar,
compra’m la nineta avui qu’es el meu sant.
Que tinga la nina hermosos els ulls,
la cara molt fina i els cabells molt rull.

Marieta, Marieta, jo es cantaré
una cançoneta que ta adormiré.
Dorm-te, neneta, dorm si tens son.
Dorm-te, neneta, dorm si tens son.

Jordi Savall e Montserrat Figueras

Per illuminare le genti – I

Johann Rudolf Ahle (1625 - 9 luglio 1673): Herr, nun lästu deinen Diener, mottetto a 1 voce (basso), 4 strumenti (viole o tromboni) e basso continuo; testo: Luca 2:29-32 (Canticum Simeonis). Paul Guttry, basso; Liza Malamut, trombone contralto; Gregory Rock e Motoaki Kashino, tromboni tenore; Garrett Lahr, trombone basso; Frances Conover Fitch, organo.

Herr, nun lästu deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast.
Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,
welchen du bereitet hast vor allen Völkern,
ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volk Israel.